ersteinrichtende Maßnahmen für Biotope

Entbuschungen auf Kalkmagerrasen

Vor allem Schlehe (Prunus spinosa) und Weißdorn (Crataegus laevigata) wachsen bei nachlassender Nutzung sehr schnell heran und verändern die Bedingungen auf den Kalkmagerrasen gravierend. Sowohl das Landschaftsbild, als auch Standorte und Lebensräume für die Pflanzen- und Tierwelt werden nachhaltig negativ beeinflusst. Zusätzlich müssen zu dichte Wacholderbestände (Juniper communis) bis zur Zielbestockung ausgedünnt werden. 

Entnahme standortfremder Gehölze auf Kalkmagerrasen

Neben den oben genannten Sträuchern kommt es häufig zum Aufwuchs von Nadelgehölzen. Speziell die Fichte (Picea abies) und die Schwarzkiefer (Pinus nigra) haben eine negative Wirkung auf den Boden (Versauerung, Bildung einer Rohhumus-Auflage, geringere Durchlüftung). Außerdem wirkt die hohe Beschattung ebenfalls negativ auf das Vorkommen Wärme liebender Tier- und Pflanzenarten.
Die Waldkiefer (Pinus sylvatica) hat, gegenüber den beiden vorangegangenen Arten, die wenigsten Auswirkungen auf die Flächen. Ihre Nadeln zersetzen sich vergleichsweise schnell und die Beschattung durch diese Art ist vergleichsweise gering. Trotzdem kann der hohe Sukzessionsdruck zu einer starken Beeinträchtigung der Kalkmagerrasen führen.

Generell sorgen Gruppen oder Reihen hoch gewachsene Nadelbäume auf den Kalkmagerrasen für eine starke Barrierewirkung und unterbrechen den Biotopverbund.

Entnahme von standortfremden Nadelgehölzen
Entnahme von standortfremden Nadelgehölzen (Foto: LPV)

Pflege von Kalkflachmooren und Feuchtflächen

Durch fehlende Nutzung oder negative Nutzungseinflüsse wie Trittbelastung, Eutrophierung und Entwässerung hat sich der Zustand vieler Kalkflachmoore und Feuchtflächen hinsichtlich ihrer Strukturen und der Artenausstattungen verschlechtert. Weitgehend intakte, aber derart beeinträchtigte Flächen sollen wieder in einen naturnahen Zustand versetzt werden. Dazu sind Erstpflege- oder Instandsetzungsmaßnahmen (Aushagerungsmahd, Ausgrenzung aus der Nutzung anliegender Flächen) erforderlich, sowie eine Folgepflege sicher zustellen. 

Kalkflachmooren sollen aus folgenden Gründen wieder hergestellt werden:

  • Erhalt eines hochgradig gefährdeten Lebensraumes, der landesweit im Naturraum einen Verbreitungsschwerpunkt besitzt
  • Wiederherstellung des günstigen Erhaltungszustandes eines FFH-Lebensraumtyps
Kalkflachmoor (Foto: J. Gombert)
artenreiches Kalkflachmoor mit Kleinseggenrieden (Foto: LPV)