28.05.19 15:30 Uhr Alter: 87 Tage
Kategorie: Allgemeine News

Auszeichnung NATURA 2000-LANDWIRT 2019

wird die Pflege-Agrar-Genossenschaft e. G. Bettenhausen

Vertreter des TMUEN und des TMIL übergaben den Preis gemeinsam mit dem Kompetenzentrum Natura 2000 an die beiden als NATURA 2000-LANDWIRT ausgezeichneten Personen Sandra Lippert (Landschaftspfleger mit Biss, Thangelstedt) und Martin Berk (Pflege-Agrar-Genossenschaft e. G. Bettenhausen)

Der Betrieb wurde am 22.05.2019, in Thangelstedt aufgrund seines Engagements auch für Natura 2000-Arten und Lebensraumtypen im Biosphärenreservat Rhön ausgezeichnet.

Im Unternehmensverbund werden ca. 1.300 ha bewirtschaftet. Davon sind fast 1.000 ha Dauergrünland, die durch Rinder und Schafe gepflegt werden. Das Grünland wird zu 94 % über freiwillige Agrarumweltmaßnahmen gefördert, da nur so eine wirtschaftliche Mutterkuh- und Schafhaltung im benachteiligten Gebiet möglich ist. 

Durch die fachkundige Unterstützung und Beratung der Natura 2000-Station „Rhön“ sind die zahlreichen Biotope als natürliche Lebensräume für Tiere und Pflanzen überhaupt zu schützen. Extensive Bewirtschaftung mit Merino-Schafen und Offenhaltung der Landschaft erfolgt im FFH-Gebiet 95 „Geba-Triften – Diesburg“ auf Halbtrockenrasen und Wacholderheiden nach Vorgaben durch die untere Naturschutzbehörde mit 500 Merinolangwollschafen, unterstützt durch Ziegen. Auf dem artenreichem Grünland werden 180 Herdbuchmutterkühe der Rasse Fleckvieh/Simmental gehalten.

Dadurch werden Arten wie Rotmilan, Thymian-Ameisenbläuling, Heidelerche und Berghexe gefördert.

Extensive Beweidung mit Rindern findet im FFH-Gebiet 97 „Hohe Rhön“ im Landkreis Schmalkalden-Meiningen statt. Das Tochterunternehmen Landschaftspflege-Agrarhof Frankenheim GmbH pflegt mit 355 Mutterkühen knapp 600 ha Dauergrünland. Die FFH-Lebensraumtypen artenreiche Borstgrasrasen, magere Flachland-Mähwiesen, Berg-Mähwiesen profitieren hiervon.  Ebenso wie die Tagfalterart Schwarzer Apollo.

Auch für die Rhönquellschnecke setzt sich das Unternehmen ein: Die kleine Schnecke ist endemisch (kommt nur in der Rhön und am Vogelsberg vor), daher hat Thüringen eine besondere Verantwortung. Die Agrargenossenschaft grenzte im Rahmen des ENL-Artenschutzprojektes des Landschaftspflegeverbandes „Rhön“ mehrere Quellbereiche aus und nahm diese aus der Nutzung.

Abgerundet wird das Engagement der AG durch die Mitarbeit im Naturschutzbeirat des Landkreises Schmalkalden-Meiningen, sowie in der Interessengemeinschaft der Betriebe im benachteiligten Gebiet des Thüringer Bauernverband e. V.  und der Übernahme der Patenschaft für die Kindertagesstätte "Bettenhäuser Rhönzwerge" für die Vorschulkinder. Die Kinder sollen Landwirtschaft auf spielerische Weise entdecken und verstehen.