04.12.18 09:08 Uhr Alter: 112 Tage
Kategorie: Allgemeine News

Thüringer Kabinett empfiehlt Novelle des Naturschutzgesetz an den Thüringer Landtag

Als Träger der Natura 2000-Station "Rhön" begrüßen wir als Landschaftspflegebverband die gesetzliche Verankerung der Natura 2000 Stationen ausdrücklich!

Schafe beweiden Kalk-Halbtrockenrasen - ein bedeutender FFH-Lebensraumtyp in der Rhön (Foto: D. Stremke)

 

Kaltensundheim: Das Kabinett hat heute den Gesetzesentwurf zum Thüringer Naturschutzgesetz beschlossen und an den Landtag überwiesen.

Das Gesetz sieht unter anderem die dauerhafte Sicherung der bundesweit einmaligen Natura 2000-Stationen vor. Die Natura 2000-Station „Rhön“ begrüßt diese Empfehlung. „Wenn wir das europäische Naturerbe langfristig schützen wollen, brauchen wir die Stationen als verlässliches Instrument, das unabhängig arbeiten kann“, erklärt Julia Gombert, Leiterin der Natura 2000-Station. „Die vorgesehene Festschreibung im Naturschutzgesetz bietet dafür den passenden Rahmen“, so Gombert weiter. Eine gesetzliche Verankerung der Natura 2000-Stationen schafft langfristig die Voraussetzung, die Lebensräume und Arten des europäischen Schutzgebietsnetzes in Thüringen zu sichern und zu entwickeln. „Als Bindeglied zwischen Naturschutzakteuren und Landnutzern unterstützen die Natura 2000-Stationen die staatliche Naturschutzverwaltung“, so Petra Ludwig, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes „BR Thüringische Rhön“ e.V. – dem Träger der Natura 2000-Station „Rhön“.

Seit dem Aufbau der elf Stationen und eines Kompetenzzentrums hat sich das Netzwerk in der Naturschutzszene Thüringens etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Ziele von Natura 2000. Projekte wie der Instandsetzungs-Pflege des thüringenweit größten Kalktuffniedermoores bei Geblar oder die Wiederherstellung einer Wacholderheide bei Gerthausen belegen dies. „Auch die Folgebetreuung des Naturschutzgroßprojektes „Thüringer Rhönhutungen“ kann durch die Natura 2000-Station Rhön, mit Unterstützung der beiden Landkreise Schmalkalden-Meiningen und Wartburgkreis“ weitergeführt werden, so Petra Ludwig.

Mit Blick auf die heutige Empfehlung des Kabinetts fügt Julia Gombert hinzu: „Das Netzwerk der Natura 2000-Stationen darf kein Provisorium bleiben. Wir müssen die Stationen gesetzlich absichern, damit die kooperative Arbeit mit den Menschen vor Ort, Kommunen, Verbänden und Behörden für eine Landnutzung im Einklang mit dem Naturschutz dauerhaft gewährleistet wird.“ Bestärkt durch den heutigen Beschluss werden sich die Stationen weiter für ihre gesetzliche Verankerung einsetzen. „Wir appellieren an die Abgeordneten des Landtags, den Weg zum Erhalt der Biologischen Vielfalt Europas in Thüringen weiter zu verfolgen und der Empfehlung des Kabinetts beizupflichten“, so Julia Gombert.

Hintergrund:

Im Freistaat sind zwischen 2016 und 2017 insgesamt 11 Natura 2000-Stationen entstanden. Sie sollen die Lebensräume und Arten des europäischen Schutzgebietsnetzes in Thüringen sichern und entwickeln. Das Thüringer Umweltministerium fördert die Ausstattung aller Stationen mit ca. 1 Mio. Euro pro Jahr. Hinzu kommt eine Koordinationsstelle - das Kompetenzzentrum Natura 2000-Stationen. Dieses wird vom TMUEN und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert und hat seinen Sitz auf dem Campus der Fakultät Landschaftsarchitektur, Gartenbau und Forst – der Fachhochschule Erfurt – dem sog. „Grünen Zentrum“. Träger des Kompetenzzentrums sind der BUND Thüringen e.V., der Deutsche Verband für Landschaftspflege e.V. und der NABU Thüringen e.V. Thüringen verfügt über 212 FFH-Gebiete und 35 punkthafte FFH-Objekte sowie 44 EU-Vogelschutzgebiete. Diese Gebiete umfassen rund 270.000 Hektar, das entspricht rund 17 % der Landesfläche. In diesen Landschaften kommen seltene und teilweise vom Aussterben bedrohte Arten vor. Die konkreten Naturschutzmaßnahmen sind breit gefächert.

Weitere Informationen finden Sie unter: natura2000-thueringen.de Pressekontakt: www.lpv-rhoen.de