Wendehalds

Ziele und Maßnahmen zur Sicherung des Lebensraumes Streuobstwiese für den Wendehals

Altersstruktur anteiliger Erhalt abgängiger Bäume (Habitatbäume), die auch nach Ende der Ertragsphase im Bestand bleiben dürfen
Höhlenangebot Faulstellen erhalten, Zulassung der Bildung von Spechthöhlen
Totholzanteile geringe Anteile feines Totholz; hohe Anteile starkes Kronentotholz (ab etwa Armdicke), besonders in älteren Bäumen soweit statisch möglich belassen; einige schon abgestorbene Bäume (stehendes Totholz) verbleiben möglichst lange im Bestand
Baumpflege regelmäßiger Baumschnitt, um vorzeitiger Alterung der Bäume vorzubeugen und lichte sowie stabile Kronen zu erhalten; kein Pestizideinsatz, wenn nötig mechanischer oder biologischer Pflanzenschutz
Vegetationsstruktur lückige, gut durchsonnte Vegetationsstruktur im Unterwuchs
Nutzung großes Blütenangebot durch an den Aufwuchs angepasste ein- bis zweischürige Mahd mit Abräumen des Mähgutes oder ext. Beweidung für den Erhalt einer arten- und individuenreichen Insektenwelt; kleinräumig wechselnde Nutzungstermine und -vielfalt im Unterwuchs, für mehr zeitliche und räumliche Flexibilität in der Verfügbarkeit von Nahrung; Kleinstrukturen wie Hecken, Gebüsch- und Krautsäume, Böschungen, unbefestigte Wege, Trockenmauern, Totholzhaufen, Zaunpfähle etc. gleichmäßig verteilt auf max. 10 –15 % der Fläche
Biotopverbund Spechtarten profitieren von einer Anbindung an Wälder

Der Wendehals – ein Specht ohne Meißel, aber mit einer Vorliebe für Ameisen

Wendehals in Nistkasten (Foto: O. Richter)

Der schlanke Specht ist durch sein rindenfarbiges, graubraun geschecktes Gefieder sehr gut getarnt. Der Wendehals kann seinen Kopf um mehr als 180 Grad drehen - dieser Eigenschaft verdankt er seinen Namen. Er brütet in Höhlen, wie alle Spechtarten - er kann diese aber nicht selbst anlegen. Daher ist er auf vorhandene Höhlen angewiesen, um seine Jungen aufzuziehen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, in Streuobstwiesen z.B. Astabbrüche mit Höhlenbildungen zu erhalten. Man kann dem Wendehals aber auch „unter die Flügel“ greifen, indem künstliche Wendehals-Nistkästen aufgehängt werden. Diese werden von diesen Vögeln gerne im Frühjahr nach seiner Rückkehr aus Afrika angenommen. Sein kurzer Schnabel ähnelt eher dem eines Singvogels. Umso länger ist jedoch seine klebrige Zunge, mit der er seine Leibspeise - Wiesen- und Wegameisen sowie deren Larven und Puppen - geschickt aufsammelt. Damit er diese gut finden kann, muss die Vegetation kurz und lückig sein.

Das bedeutet, dass sein bevorzugter Lebensraum, die Streuobstwiesen, zur Zeit der Jungenaufzucht gemäht oder beweidet sein sollten. Auch gegen offene Bodenstellen hat der Ameisenjäger nichts einzuwenden. Umfangreiche Informationen zum Wendehalsschutz in Streuobstwiesen finden sich hier  Die Art gehört zu den wertgebenden Vogelarten in Thüringen. Eine Aufwertung des Lebensraumes kommt auch weiteren Vogelarten wie beispielsweise dem Gartenrotschwanz zugute.

Der Wendehals (Jynx torquilla) ist streng geschützt und gilt bundesweit und in Thüringen als stark gefährdet.

Ideengeber für „Geflügelte Vielfalt“ : „Vogelschutz in Streuobstwiesen des Mittleren Albvorlandes und des Mittleren Remstales“ (LIFE, 2009 - 2014) Link: http://www.life-vogelschutz-streuobst.de/.