Umsetzung 2021

Das ENL-Projekt „Geflügelte Vielfalt“ wurde im Juni 2021 erfolgreich abgeschlossen.

Wir können auf viele Erfolge zurückblicken:

Artenschutz:

Im Rahmen des ENL-Projektes wurden fünf Netzfänge durchgeführt, um die Fledermäuse auf fünf Streuobstwiesen im Projektgebiet (Thüringer Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön) zu erfassen. Für diese Methoden wurden vier bis fünf Netze in verschiedenen möglichen Formationen aufgestellt, um den Luftraum möglichst gut abzudecken. In der Mitte des Fangstandorts wurde dann ein akustisches Fledermauslockgerät (BATLOGGER) angebracht, um die Fledermäuse aus dem umliegenden Gebiet anzulocken. Die Netze standen unter Dauerbeobachtung, so dass gefangene Tiere sofort befreit, vermessen, bestimmt und freigelassen wurden. Der Fangzeitraum lag zwischen Sonnenuntergang und den frühen Morgenstunden. Es konnten insgesamt 16 Fledermausarten nachgewiesen werden, darunter die Projekt-Zielarten Graues Langohr und Bechstein-Fledermaus. Außerdem wurden Fledermaus- und Wendehalskästen angeschafft und aufgehängt. Bei Kontrollen konnten mehrfach Bechsteinfledermäuse, auch mit Wochenstube (Nachwuchs), nachgewiesen werden. Bemerkenswert ist, dass zum ersten Mal in Thüringen der akustische Nachweis einer Weißrandfledermaus gelang. Das Projektteam wurde in seiner Arbeit zusätzlich durch ehrenamtliche Helfer unterstützt, die Vogelkartierungen im Projektgebiet vorgenommen haben.

Die Kastenkontrolle im August 2021, nach Projektende, erfolgte im Rahmen der Natura 2000-Station „Rhön“.

Projektnachsorge - die_Fledermaus- und Wendehalskästen werden weiterhin einmal im Jahr kontrolliert
Projektnachsorge - die Fledermaus- und Wendehalskästen werden weiterhin einmal im Jahr kontrolliert
WG mal anders - Vögel, Hornissen und Bechsteinfledermäuse nutzen diesen Kasten
WG mal anders - Vögel, Hornissen und Bechsteinfledermäuse nutzen diesen Kasten
Projektnachsorge - hier wird der Verbisschutz kontrolliert
Projektnachsorge - hier wird der Verbisschutz kontrolliert

Baumpflege:

außergewöhnlich gefärbte Apfelblüte des "Schwarzen Api" im Sortengarten Dörrensolz

Insgesamt wurden auf 25 Flächen mit insgesamt ca. 30 ha rund 1.200 Bäume gepflegt, bei 60 Totholzbäumen wurde ein Entlastungsschnitt vorgenommen. 50 Bäume wurden von Misteln befreit, 100 Obstbäume wurden nachgepflanzt und rund 3 ha Streuobstwiese wurden entbuscht. Die Flächen befinden sich in und um Mittelsdorf, Betten-, Erben-, Friedels-, Hümpfers-, Neidharts-, Helmershausen, Kaltennordheim, Oberweid, Glattbach, Völkershausen, Dermbach, Weilar, Kaltenwestheim, Gerthausen, Wiesenfeld, Dörrensolz, Stepfershausen, Roßdorf, Spahl und Unteralba.

Öffentlichkeitsarbeit:

Im Rahmen der Umweltbildung lernten Schulklassen in verschiedenen Veranstaltungen viel über Streuobstbestände und die Bedeutung von Totholz als Lebensraum, sowie über auf den Wiesen vorkommende Arten. Zwei Feste wurden genutzt, um auf die Bedeutung und den Wert von Streuobst aufmerksam zu machen. Den Besuchern wurden die Verwendungsmöglichkeiten für das Obst nahegebracht und die Möglichkeit eigene Äpfel durch Experten bestimmen zu lassen, fand regen Anklang. Außerdem wurde in mehrmals stattfindenden Kursen der naturgemäße Obstbaumschnitt vermittelt.