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Fachseminar zur Herbstzeitlosen: Gemeinsam Lösungen für das Grünland entwickeln

Kaltennordheim: Rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Behörden und Verbänden folgten der Einladung zu einem Fachseminar zur Bewirtschaftung von Grünlandflächen mit Herbstzeitlosen. Gemeinsam mit der Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön informierte der Landschaftspflegeverband Thüringer Rhön/ Natura 2000 Station Rhön über die Biologie der hochgiftigen, heimischen Pflanze und diskutierten praxistaugliche Strategien zu ihrer Eindämmung.

blühende Herbstzeitlose [Foto: U. Schade]

Die zunehmende Ausbreitung der Herbstzeitlosen stellt insbesondere auf extensiv genutztem Grünland eine Herausforderung dar. Das enthaltene Gift Colchizin kann durch Heu oder Weidefutter zu schweren Erkrankungen bei Nutztieren führen. Eine erfolgreiche Bekämpfung erfordert daher frühzeitiges Handeln und eine angepasste Grünlandbewirtschaftung.

Dr. Tina Baumgärtel vom Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum erläuterte die Biologie und den Lebenszyklus der Pflanze sowie rechtliche und tierschutzrelevante Aspekte. Julian Megner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bad Neustadt stellte verschiedene Managementansätze vor. Dabei wurde deutlich: Eine universelle Bekämpfungsmethode gibt es nicht. Entscheidend sind die frühzeitige Erkennung befallener Flächen, die Entfernung einzelner Pflanzen sowie eine standortangepasste Pflege des Grünlands.

Auch unterschiedliche Mahdzeitpunkte, Nachsaat, Düngung und Kalkung wurden diskutiert – stets unter Berücksichtigung der jeweiligen Naturschutz- und Förderauflagen. Neue technische Verfahren zur gezielten Entfernung der Pflanzen befinden sich derzeit noch in der Erprobung.

Bei einer anschließenden Exkursion zum Biohof Weider konnten die Teilnehmenden die Problematik auf betroffenen Grünlandflächen unmittelbar nachvollziehen und den fachlichen Austausch vertiefen. Solveig Lutze vom Landschaftspflegeverband Thüringer Rhön führte vor, wie die Problempflanze richtig ausgestochen werden kann. 

Sophie Walch von der Thüringer Verwaltung UNESCO-Biosphärenreservat Rhön und zuständig für umweltgerechte Landnutzung, fasst zusammen, dass eine gute Zusammenarbeit aller Akteure vor Ort entscheidend ist in der Bekämpfung der Pflanze. Es ist ein langfristiger Prozess die Herbstzeitlosen in den Griff zu bekommen, der sowohl praktikable Lösungen für die Landwirtschaft als auch den Erhalt der wertvollen Rhöner Kulturlandschaft berücksichtigen muss.

Die Ergebnisse und weiterführende Informationen werden zeitnah auf der Internetseite des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön veröffentlicht.

 

https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/sued-thueringen/schmalkalden-meiningen/herbstzeitlose-giftig-pflanze,video-1646888.html

 


Weitere Bilder

Fachvorträge Herbstzeitlose im Bürgerhaus in Kaltennordheim [Foto: U. Schade]

Austausch auf der Fläche [Foto: U.Schade]

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