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2019 mitgemacht!

Nachfolgend präsentieren wir eine Auswahl der vielseitigen Maßnahmen unserer Natura-2000-Station „Rhön“.

Pflege von kalkreichen Niedermooren und deren Feuchtflächenkomplexen

Kalktuffniedermoor Geblar

Das Projekt zur Instandsetzung des Kalktuffniedermoores dauert drei Jahre. Denn die Instandsetzungsmahd muss mehrere Jahre wiederholt werden, um eine Aushagerung der Fläche im Wartburgkreis, nahe Geblar zu erreichen. Die Mahd findet in den Jahren 2018, 2019 und 2020 jeweils ab Juni statt.

Die Termine wurde in Absprache mit Prof. Brunzel und Sarah Ziegler gewählt, um die Dominanzbestände der Stumpfblütigen Binse (J. subnodulosus) und der Blaugrünen Binse (J. inflexus) zu bekämpfen. Dazu eignet sich  ein Mahdtermin während der Blütezeit der Binsen, die sich von Juni bis Juli erstreckt. Zusätzlich wurden Stockausschläge  von Esche und Erle motormanuell beseitigt. Auf der Fläche werden zudem die Ansprüche der Schmale Windelschnecke (Vertigo angustior) berücksichtigt.

Im Rahmen der Richtlinien des "Programmes zur Förderung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Thüringen" (NALAP(GAK)-RL) ist die Finanzierung der Maßnahmen möglich. Die Maßnahmen beinhalten die Erstmahd der Fläche mit Beräumung und Entsorgung des Schnittmaterials (Grasfilzauflage) auf insgesamt 1,44 ha. Die NALAP(GAK)-projekte werden vollständig mit dem Personal unserer Natura 2000-Station abgewickelt.

Geschützter Landschaftsbestandteil Mehlweiß

Der 6,6 ha große, geschützte Landschaftsbestandteil (GLB) "Mehlweiß" liegt westlich der Graukuppe, in der Gemarkung Herpf im Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Hier findet sich eine enge Verzahnung von Kalkflachmoorbereichen, artenreichen, mesophilen Mähwiesen, Hochstaudenfluren, Laubgebüschen und -bäumen sowie einem kleinen Stillgewässer. Trockenwarme Saumstrukturen bilden den Übergang zum Wald.

Zahlreiche schützenswerte Tier- und Pflanzenarten wie der Dunkle Wiesenknopf-Ameisen-bläuling (Phengaris (Maculinea) nausithous) und das Sumpf-Herzblatt (Paranassia palustris) sind hier zu Hause.

Die Projektfläche ist 2,11 ha groß. Sowohl die feuchten als auch die trockenen Bereiche wurden mit Spezialtechnik gemäht. Hierbei wurde die Methode der Streifenmahd im Zeitraum von Juni bis September angewandt, somit konnte eine große Strukturvielfalt auf der Fläche erhalten werden. Bereiche mit Großem Wiesenknopf und mit vielen Orchideen wurden erst ab Mitte September gemäht, um die Aussamung der Orchideen zu gewährleisten. Das Mahdgut wurde vollständig von der Fläche beräumt, randlich zwischengelagert und nach Abschluss der Mäharbeiten in die Kompostieranlage abtransportiert.

Dieses Projekt initiierte die Natura 2000-Station "Rhön" mit NALAP(GAK)-Mitteln.

Pflege von Halbtrockenrasen und Wacholderheiden

Pflege der Wacholderheide am Glühberg bei Diedorf im FFH-Gebiet „Ibengarten - Wiesenthaler Schweiz - Sommertal“

In der Gemarkung Diedorf, am Südwesthang des Kuhkopf-Glühberg-Komplexes, befinden sich zwei unternutzte Wacholderheiden. Die Projektflächen haben zusammen eine Größe von 1,10 ha. Die Flächen sind als FFH-LRT 5130/6210 gemeldet und befinden sich im FFH-Gebiet 90.

Kniehoher Wacholderjungwuchs und Waldkieferjungwuchs prägte die Fläche. Beides wurde in den Wintermonaten entfernt. In unmittelbarer Umgebung finden sich Flächen, die über das Naturschutzgroßprojekt „Thüringer Rhönhutungen“ gepflegt wurden. Die Wiederherstellung der Projektfläche stärkt den Biotopverbund der Kalkmagerrasenkomplexe und sichert den Lebensraum für viele seltene und Natura-2000 relevante Arten.

Dieses Projekt initiierte die Natura 2000-Station "Rhön" mit NALAP(GAK)-Mitteln.

 

Pflege der Wacholderheide an der Graukuppe bei Herpf

In der Gemarkung Herpf, am Südhang der Graukuppe, befinden sich eine Wacholderheide mit einer Größe von ca. 1,5 ha, welche bis dato nicht mehr genutzt wurde.

Waldkiefern und Wacholder dominieren auf der ehemals weitgehend offenen Fläche. Hinzu kommt eine starke Altgrasauflage, die von kniehoher Schlehensukzession durchsetzt ist.

Bei Tagfaltererfassungen wurden hier 39 verschiedene Arten registriert - beispielhaft seien hier die Arten Thymian Ameisenbläuling (Maculinea arion) und Alexis-Bläuling (Glaucopsyche alexis)  genannt. Beide Arten sind vor allem aufgrund des Lebensraumverlustes (Magerrasen) bedroht. Selbiges gilt für die hier noch vorkommenden Zwergheideschnecke (Xerocrassa geyeri).

Durch die Wiederherstellung  von zunächst 0,38 ha sollen diese Arten gefördert werden, insbesondere soll die wiederhergestellte Fläche als Trittstein zu anderen Magerrasenflächen fungieren.

Dieses Projekt initiierte die Natura 2000-Station "Rhön" mit NALAP(GAK)-Mitteln.

Sonderaufgabe: Koordinierung Folgepflege Naturschutzgroßprojekt „Thüringer Rhönhutungen“

Die Aufgaben der Natura 2000-Station „Rhön“ in diesem Bereich erstrecken sich über die Schäferberatung auf den Hutungen (v.a. FFH-LRT 6210, 5130), die Auswahl, Ausschreibung und Betreuung von Folgepflegeflächen (z.B. Feuchtflächen) und die Folgebetreuung weiterer projektrelevanter Aspekte (z.B. schäfereiliche Infrastruktur, Naturerlebniswege, etc.).

Die Folgekoordinierung des Naturschutzgroßprojektes "Thüringer Rhönhutungen" erfolgt durch die Natura 2000-Station "Rhön"  mit zusätzlichen Mitteln der Landkreise Wartburgkreis und Schmalkalden-Meiningen sowie des Landschaftspflegeverbandes "Thüringer Rhön" e.V.

Ansprechpartnerin

Julia Gombert

Mail:     j.gombert@lpv-rhoen.de
Tel:       036946/20656

Die Natura 2000-Station Rhön wird gefördert vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

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