2018 mitgemacht!

Nachfolgend präsentieren wir Ihnen eine Auswahl aus den vielseitigen Maßnahmen unserer Natura 2000-Station „Rhön“.

Pflege von kalkreichen Niedermooren und deren Feuchtflächenkomplexen

Kalktuffniedermoor Geblar

Im Rahmen der NALAP(GAK)-RL ist die Finanzierung der Maßnahmen möglich, Personalkosten sind hier generell nicht förderfähig, daher werden NALAP(GAK)-projekte vollständig mit dem Personal unserer Natura 2000-Station abgewickelt. Die Maßnahmen beinhalten die Erstmahd der Fläche mit Beräumung und Entsorgung des Schnittmaterials (Grasfilzauflage) auf insgesamt 1,44 ha.

Es handelt sich um ein dreijähriges Projekt (2018 – 2020), da die Instandsetzungsmahd mehrere Jahre wiederholt werden muss, um eine Aushagerung der Fläche im Wartburgkreis, nahe Geblar zu erreichen. Die Mahd findet in den Jahren 2018, 2019 und 2020 jeweils ab Juni statt.

Der Termin wurde in Absprache mit Prof. Brunzel/ Sarah Ziegler gewählt, um die Dominanzbestände der Stumpfblütigen Binse (J. subnodulosus) und der Blaugrünen Binse (J. inflexus) zu bekämpfen. Dazu eignet sich insbesondere ein Mahdtermin während der Blütezeit der Binsen, die sich von Juni bis Juli erstreckt. Zusätzlich wurden Stockausschläge, vor allem von Esche und Erle, motormanuell beseitigt. Auf der Fläche werden zudem die Ansprüche der Schmale Windelschnecke (Vertigo angustior) berücksichtigt.

Juni 2018 - VOT mit den Pflegefirmen, welche die Fläche bearbeiten (Foto: LPV Rhön)
Deutlich sieht man Unterschiede zwischen im Vorjahr gemähten (mit Wollgras) und noch ungemähten Bereichen (Hintergrund) (Foto: LPV Rhön)
Umweltministerin Siegesmund und viele Partner unserer Natura 2000-Station machten sich bei der Sommerreise der Ministerin ein Bild von den Maßnahmen im Kalktuffniedermoor (Foto: Sebastian-König)

Geschützter Landschaftsbestandteil Mehlweiß

Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen, in der Gemarkung Herpf, westlich der Graukuppe, befindet sich der Geschützte Landschaftsbestandteil (GLB) "Mehlweiß" mit ca. 6,6 ha. Hier findet sich eine enge Verzahnung von Kalkflachmoorbereichen, artenreichen, mesophilen Mähwiesen, Hochstaudenfluren, Laubgebüschen und -bäumen sowie einem kleinen Stillgewässer. Trockenwarme Saumstrukturen bilden den Übergang zum Wald.

Zahlreiche schützenswerte Tier- und Pflanzenarten sind hier zu finden wie zum Beispiel Dunkler Wiesenknopf-Ameisen-bläuling (Phengaris (Maculinea) nausithous), Sumpf-Herzblatt (Paranassia palustris).

Die Projektfläche hat eine Größe von 2,11 ha. Sowohl die feuchten als auch die trockenen Bereiche wurden mit Spezialtechnik gemäht. Es handelt sich um dieselbe Technik, die im Kalktuffniedermoor Geblar verwendet wurde. Bei der Pflege wurde die Methode der Streifenmahd im Zeitraum von Juni bis September angewandt, somit konnte eine große Strukturvielfalt auf der Fläche erhalten werden. Bereiche mit Großem Wiesenknopf sowie der orchideenreiche Bestand wurden erst ab Mitte September gemäht, um die Aussamung der Orchideen zu gewährleisten und den Ansprüchen des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings gerecht zu werden. Das Mahdgut wurde vollständig von der Fläche beräumt, randlich zwischengelagert und nach Abschluss der Mäharbeiten in die Kompostieranlage abtransportiert.

Dieses Projekt initiierte die Natura 2000-Station "Rhön" mit NALAP(GAK)-Mitteln.

Dunkler Wiesenknopf-Ameisen-bläuling (Maculinea nausithous) – findet sich mit vielen Individuen im Mehlweiß (Foto: LPV Rhön)
Mit spezieller Mahdtechnik kann die Fläche sehr schonend bearbeitet werden (Foto: LPV Rhön)
Ein großes Problem, da ein immenser Zeit- und Kostenfaktor, stellt die Entsorgung des Mahdgutes dar. Insbesondere dieser finanziellen Belastung, stellen sich ehrenamtlich Engagierte kaum noch. (Foto: LPV Rhön)

Pflege von Halbtrockenrasen und Wacholderheiden

Pflege der Wacholderheide am Glühberg bei Diedorf im FFH-Gebiet „Ibengarten - Wiesenthaler Schweiz - Sommertal“

In der Gemarkung Diedorf, am Südwesthang des Kuhkopf-Glühberg-Komplexes, befinden sich zwei unternutzte Wacholderheiden. Die Projektflächen haben zusammen eine Größe von 1,10 ha. Die Flächen sind als FFH-LRT 5130/6210 gemeldet und befinden sich im FFH-Gebiet 90.

Vor allem etwa kniehoher Wacholderjungwuchs, aber auch Waldkieferjungwuchs prägte die Fläche und wurde in den Wintermonaten entfernt. In unmittelbarer Umgebung finden sich Flächen, die über das Naturschutzgroßprojekt „Thüringer Rhönhutungen“ gepflegt wurden. Die Wiederherstellung der Projektfläche stärkt den Biotopverbund der Kalkmagerrasenkomplexe und sichert den Lebensraum für viele seltene und Natura 2000 relevante Arten.

Dieses Projekt initiierte die Natura 2000-Station "Rhön" mit NALAP(GAK)-Mitteln.

Stark zugewachsene Halbtrockenrasen/ Wacholderheiden bei Diedorf (Foto: LPV Rhön)
Dieselbe Fläche nach der Maßnahmenumsetzung (Foto: LPV Rhön)
Küchenschellen (Pulsatilla vulgaris) sind typische Vertreter der beweideten Halbtrockenrasen in der Rhön (Foto: LPV Rhön)

Pflege der Wacholderheide an der Graukuppe bei Herpf

In der Gemarkung Herpf, am Südhang der Graukuppe, befinden sich eine Wacholderheide mit einer Größe von ca. 1,5 ha, welche bis dato nicht mehr genutzt wurde.

Waldkiefern und Wacholder dominieren auf der ehemals weitgehend offenen Fläche. Hinzu kommt eine starke Altgrasauflage, die von kniehoher Schlehensukzession durchsetzt ist.

Bei Tagfaltererfassungen wurden hier 39 verschiedene Arten registriert - beispielhaft seien hier die Arten Thymian Ameisenbläuling (Maculinea arion) und Alexis-Bläuling (Glaucopsyche alexis)  genannt. Beide Arten sind vor allem aufgrund des Lebensraumverlustes (Magerrasen) bedroht. Selbiges gilt für die hier noch vorkommenden Zwergheideschnecke (Xerocrassa geyeri).

Durch die Wiederherstellung  von zunächst 0,38 ha sollen diese Arten gefördert werden, insbesondere soll die wiederhergestellte Fläche als Trittstein zu anderen Magerrasenflächen fungieren.

Dieses Projekt initiierte die Natura 2000-Station "Rhön" mit NALAP(GAK)-Mitteln.

Die Teilfläche der Graukuppe vor und nach den Entbuschungsmaßnahmen (Fotos: LPV Rhön)
Ein Exemplar des Thymian Ameisenbläulings (Maculinea arion) (Foto: LPV Rhön)

Sonderaufgabe: Koordinierung Folgepflege Naturschutzgroßprojekt „Thüringer Rhönhutungen“

Die Aufgaben der Natura 2000-Station „Rhön“ in diesem Bereich erstrecken sich über die Schäferberatung auf den Hutungen (v.a. FFH-LRT 6210, 5130), die Auswahl, Ausschreibung und Betreuung von Folgepflegeflächen (z.B. Feuchtflächen) und die Folgebetreuung weiterer projektrelevanter Aspekte (z.B. schäfereiliche Infrastruktur, Naturerlebniswege, etc.).

Die Folgekoordinierung des Naturschutzgroßprojektes "Thüringer Rhönhutungen" erfolgt durch die Natura 2000-Station "Rhön" v.a. mit zusätzlichen Mitteln der Landkreise Wartburgkreis und Schmalkalden-Meiningen, des Landschaftspflegeverbandes "BR Thüringische Rhön" e.V..

Pflegeeinsatz des Rhöngymnasiums auf Halbtrockenrasen am Grimmelbachspeicher (Foto: LPV Rhön)
Durch die Folgekoordinierung können wir die aufwendige Pflege der Feuchtflächen gewährleisten (Foto: LPV Rhön)
Betreuung der Wartung der Tränkeinrichtungen im Projektgebiet (Foto: LPV Rhön)