2020 mitgemacht!

Nachfolgend präsentieren wir Ihnen eine Auswahl aus den vielseitigen Maßnahmen unserer Natura 2000-Station „Rhön“.

Sonderaufgabe: Koordinierung Folgepflege Naturschutzgroßprojekt „Thüringer Rhönhutungen“

Die Aufgaben der Natura 2000-Station „Rhön“ in diesem Bereich erstrecken sich über die Schäferberatung auf den Hutungen v.a. FFH-Lebensraumtypen 6210 (naturnahe Kalt-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien), 5130 (Wacholder(Juniperus communis)-Formationen auf Zwergstrauchheiden oder Kalktrockenrasen), die Auswahl, Ausschreibung und Betreuung von Folgepflegeflächen (z.B. Feuchtflächen) und die Folgebetreuung weiterer projektrelevanter Aspekte (z.B. schäfereiliche Infrastruktur, Naturerlebniswege, etc.).

Im vierten Jahr nach Ende des Naturschutzgroßprojektes konnte die Nachpflege auf ca. 25 ha der Projektflächen begleitet werden. Eine regelmäßige Nachpflege ist wichtig, weil Büsche und Bäume (z.B. Wacholder und andere Nadelgehölze) erneut auf die Flächen drängen.

Die Folgekoordinierung des Naturschutzgroßprojektes „Thüringer Rhönhutungen“ erfolgt durch die Natura 2000-Station „Rhön“ v.a. mit zusätzlichen Mitteln der Landkreise Wartburgkreis und Schmalkalden-Meiningen sowie des Landschaftspflegeverbands „Thüringer Rhön“ e.V.

Hier drohen Schwarzkiefern mühsam entbuschte Flächen wieder zurück zu erobern und gefährden dadurch artenreiche Offenlandstandorte. Die Natura 2000-Station kontrolliert die Projektflächen und wählt besonders gefährdete Standorte zur Nachpflege aus (Foto: LPV)
So schön bunt kann eine gepflegte Fläche aussehen, artenreicher Feuchtflächenkomplex (Foto: LPV)
Wichtig für die Offenhaltung der Rhöner Landschaft ist die Beibehaltung der Schaf- und Ziegenbeweidung. Die Natura 2000-Station steht den Schäfern beratend beiseite. (Foto: LPV)

„Wir sind aktiv in der 86“

Das FFH-Gebiet 86 (FFH = Flora Fauna Habitat) ist die „Kuppige Rhön südwestlich von Dermbach“. Ein FFH-Gebiet ist ein Schutzgebiet, in dem europaweite Anforderungen erfüllt werden sollen. Hier gibt es spezielle schützenswerte, weil seltene, Lebensräume und Arten. Die Lebensräume werden grob in Wald und Offenland eingeteilt. Dann werden sie weiter in verschiedene Typen klassifiziert: in neun Obergruppen (z.B. „6 Grasland“ oder „9 Wald“) und unterschiedliche Untergruppen (z.B. „6210 naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien“ (ein typischer Lebensraum in der Rhön)).

Für diese Fläche ist ab 2021 eine Beweidung mit Galloways geplant (Foto: LPV)
Frau Ludwig (Natura 2000-Station "Rhön") berät den zukünftigen Bewirtschafter (Foto: LPV)

Ganzjahresweide bei Gehaus

Unterstützung bei der Ideenentwicklung, Organisation, Genehmigung und Zaunmaterialbeschaffung für eine extensive Ganzjahresweide mit Galloways bei Gehaus

Auf ca. 3 ha (am Nordwesthang des Baier) ist eine Ganzjahresweide geplant. Ziel ist es die Fläche, welche in einem vorangegangenen ENL-Projekt entbuscht wurde, offen zu halten. Die Fläche setzt sich aus verschiedenen Lebensräumen zusammen: frische bis nasse Bereiche, Halbtrockenrasen und Reste von kalkreichen Niedermooren sowie Wald.

Partner: privater Rinderhalter & Forstamt Bad Salzungen

Geburtshelferkröte

Sicherung des Lebensraums der seltenen Geburtshelferkröte und des Kammmolchs bei Dermbach.

Insbesondere die Geburtshelferkröte erlitt in den letzten Jahrzehnten einen massiven Bestandseinbruch. Nur noch wenige Vorkommen der einst weit verbreiteten Art existieren noch. In Teichen bei Dermbach laichen die seltenen Geburtshelferkröten (Alytes obstetricans) noch. Bei der Art trägt der Papa  die Laichschnüre bis zum Schlüpfen der Kaulquappen, außerdem leben dort Kammmolche (Triturus cristatus).

Ihr Lebensraum war durch die anhaltende Trockenheit der letzten Jahre, zunehmende Beschattung und einen undichten, zu niedrigen Deich bedroht. Außerdem waren Goldfische in die Teiche gesetzt worden, welche den Amphibienlaich fressen, diese wurden wieder entfernt. Zusammen mit der Natura-2000 Station „Auen-Moore-Feuchtgebiete“ hat die Natura 2000-Station „Rhön“ in Absprache mit dem Forstamt Bad Salzungen und der Gemeinde Dermbach Maßnahmen ergriffen:

Durch eine Erhöhung des Deichs wird mehr Wasser gehalten und die Teiche drohen nicht so schnell auszutrocknen (Foto: LPV)
Die Geburtshelferkröten mögen es gerne sonniger, der ursprüngliche Teich ist aber sehr schattig, es wurden daher weitere kleine Tümpel angelegt, die mehr von der Sonne verwöhnt werden (Foto: LPV)

Das Projekt wird im Frühjahr 2021 in Oechsen fortgesetzt.

„Vorbereitung des Naturschutzgroßprojektes Kuppenrhön“

Blick aufs grüne Band bei Frankenheim, im Vordergrund extensive Mutterkuhhaltung (Foto: LPV)

Die Rhön ist eine durch die menschliche Bewirtschaftung über die letzten Jahrhunderte geprägte Kulturlandschaft. Besonders typisch sind die von Wald und Grünland dominierte Kuppen und Berge. Ziel des Projektes ist es vorhandene Lebensräume zu erhalten. Außerdem sollen zu stark genutzte Bereiche extensiviert und zu wenig genutzte Gebiete in eine extensivere Nutzung zurückgeführt werden. Eine Bewirtschaftung der Flächen ist dringend erforderlich, da nur so die offene Landschaft erhalten werden kann, sonst verbuschen die Flächen.

Anfang 2020 musste ein Träger für das neue Naturschutzgroßprojekt „Thüringer Kuppenrhön“ gefunden werden. Hierfür hat der LPV Rhön mit der Heinz Sielmann Stiftung (HSS) eine gemeinnützige GmbH gegründet und das Projekt im Rahmen der Natura 2000-Station auf den Weg gebracht. Ende des Jahres wurde mit Corinna Hoßfeld eine Projektleiterin gefunden. Die Geschäftsführung der gGmbH obliegt Petra Ludwig (LPV Rhön) und Heiko Schumacher (HSS).