Sortengarten am Spielberg

An der Gemarkungsgrenze zwischen Hümpfershausen und Friedelshausen befindet sich eine ca. 1 Hektar große Streuobstwiese. Hier gedeihen aufgrund es milden Klimas, besonders gut Birnenbäume. Klapps Liebling, Andreas Lukas oder Conference sind nur drei Beispiele dafür, dass auch bei Birnen eine große Vielfalt herrscht.

Vor Wiederherstellung des Sortengartens
Eindruck von der Zeit vor Beginn der Wiederherstellung des Sortengartens am Spielberg im Jahr 2008 – im Hintergrund ist die Dorflage von Hümpfershausen zu sehen (Foto: P. Ludwig)
Pflegemaßnahmen zeigen Erfolge
2015 zeigten die Pflegemaßnahmen bereits Erfolge, zu deren Aufrechterhaltung müssen wir aber dauerhaft Pflegemaßnahmen absichern - im Vordergrund ist der Speierling mit gelbem Herbstlaube zu sehen (Foto: P. Ludwig)
Neupflanzungen und Baumschnitt zur Aufwertung
Neupflanzungen und Baumschnitt trugen schon 2009 deutlich zur Aufwertung der Fläche bei (Foto: J. Gombert)

Im Jahr 2008 wurde die Fläche im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes „Thüringer Rhönhutungen“ von unserem Landschaftspflegeverband angekauft. Durch ausbleibende Nutzung und Pflege war die Fläche in einem sehr schlechten Zustand. Die Verbuschung durch Schlehen und Heckenrosen hatte Besitz von der Fläche ergriffen. Die Bäume waren ungepflegt und mit zum Teil schon mit Misteln befallen. Mehrere Altbäume waren abgestorben.

Seit 2009 wurde die Streuobstwiese im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes „Thüringer Rhönhutungen“ Schritt für Schritt wiederhergestellt, wobei auch die Pflege des Grünlandes eine Rolle spielte. Um die Bäume zu schonen, wurde von einer Schaf-/ Ziegenbeweidung auf Mahd umgestellt. 38 Apfel-, 36 Birnen-, 19 Kirschbäume und 14 Zwetschgenartige sowie ein Speierling wuchsen zum Ende des Naturschutzgroßprojektes auf der Fläche.

Nach Abschluss des Naturschutzgroßprojektes „Thüringer Rhönhutungen“ wurde nach Möglichkeiten der weiteren Finanzierung gesucht. Gemeinsam mit der Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön konnte die Fläche 2018 in das Projekt „Inwertsetzung von Klima- und Naturschutzmaßnahmen" von EUROPARC Deutschland e.V. eingebunden werden. Hier fördert die Coca-Cola Foundation mit Naturschutzzertifikaten Stück für Stück die biologische Vielfalt im „Sortengarten am Spielberg“.

Mehr Information über die Förderung des „Sortengarten am Spielberg“

Im Rahmen des ENL-Projektes „Geflügelte Vielfalt“ (2018 – 2021) wurde 2019 ein Fledermausnetzfang auf der Streuobstwiese durchgeführt und es wurde u.a. die Bechsteinfledermaus nachgewiesen. Mit Mitteln der NALAP/GAK-Richtlinie wurde das Höhlengebot für den Specht Wendehals sowie Fledermäuse verbessert, indem wir spezielle Kästen aufgehängten. Gemeinsam mit dem Verein Thüringer Ornithologen starteten wir 2020 ein Projekt zur Wiederansiedlung des Steinkauzes in der Rhön – darin wurden auch im „Sortengarten am Spielberg“ Steinkauzröhren zum Brüten installiert.

Birnbaum mit gutem Ertrag
Die Birnenbäume danken uns die gute Pflege mit reichen Erträgen – vorausgesetzt der Frost schlägt uns kein Schnippchen (Foto: J. Gombert)
Bechsteinfledermaus nutzt Streuobstwiesen
Fledermäuse, wie die Bechsteinfledermaus, nutzen Streuobstwiesen als Sommerquartier und zur Nahrungssuche (Foto: D. Nill).
strukturiertes Grünland
Durch mehrmalige Portionsmahd entsteht ein reich strukturiertes Grünland – die Insektenwelt dankt uns dies (Foto: J. Gombert).