2022 mitgemacht!

Auch 2022 waren wir wieder für die Rhöner Natur aktiv.

Nachfolgend präsentieren wir eine Auswahl der vielseitigen Maßnahmen unserer Natura-2000-Station „Rhön“.

Artenschutz

Weißstörche

Weißstörche haben wiederholt versucht den Schornstein des alten Sägewerks in Weilar als Nistplatz zu nutzen. Durch die baulichen Gegebenheiten ist es ihnen bisher nicht gelungen, erfolgreich ein Nest zu errichten. Nun wurde den Störchen mithilfe einer vorinstallierten Nisthilfe die Möglichkeit gegeben, künftig an dem Standort zu nisten.

Amphibienschutzzaun

Anfang März wurde entlang der Landesstraße zwischen Kaltensundheim und Oberkatz wieder der Amphibienschutzzaun, in einem über 600 m langen Abschnitt, in Gemeinschaftsarbeit von verschiedenen Akteuren der Thüringer Rhön, zum Beispiel dem Unesco Biosphärenreservat Rhön und dem Thüringer Rhön Gymnasium. aufgebaut. Werden die Nächte milder, beginnen die Kröten und Molche ihre Laichgewässer aufzusuchen und versuchen zu diesem Zweck die Landstraße zu queren

Projektnachsorge zum ENL Projekt-Geflügelte Vielfalt

Im Rahmen der Projektnachsorge zum ENL Projekt-Geflügelte Vielfalt (Projektende 2021) wurden die Fledermaus- und Wendehalskästen auch 2022 kontrolliert. Bei den Kontrollen konnten neben Siebenschläfern auch 12 Bechsteinfledermäuse und 9 Zwergfledermäuse  auf insgesamt 26 Wiesen erfasst werden. Im Zusammenhang zu der ehemalige Projektfläche im Sortengarten Dörrensolz wurde zusätzlich ein angrenzender Grünstreifen in der Funktion als Pufferfläche dazu gewonnen.

Des Weiteren wird fortlaufend die Kontrolle und Instandhaltung der Steinkauznisthilfen (Projekt 2020) zusammen mit der Stiftung des VTO (Verein Thüringer Ornithologen) durchgeführt.

Das neu installierte Storchennest auf dem Schornstein in Weilar (Foto: LPV Rhön)
Der Amphibienzaun sollte die jährliche Wanderung der Amphibien absichern (Foto: LPV Rhön)
Siebenschläfer bei der Nistkastenkontrolle (Foto: LPV Rhön)

Sonderaufgabe: Koordinierung Folgepflege Naturschutzgroßprojekt „Thüringer Rhönhutungen“

 

Die Aufgaben der Natura-2000-Station „Rhön“ in diesem Bereich sind:

Schäferberatung auf den Hutungen

Betreuung zum Erhalt der Kalkmagerrasen und der Koordinierung der Folgepflege

die Folgebetreuung weiterer projektrelevanter Aspekte wie schäfereiliche Infrastruktur und Naturerlebniswege

 

Nach Ende des Naturschutzgroßprojektes „Thüringer Rhönhutungen“ konnte die Nachpflege auf ca. 12 ha der Projektflächen begleitet werden. Eine regelmäßige Nachpflege ist wichtig, weil Büsche und Bäume erneut auf die Flächen drängen.

Die Folgekoordinierung des Naturschutzgroßprojektes erfolgt durch die Natura-2000-Station „Rhön“ mit zusätzlichen Mitteln der Landkreise Wartburgkreis und Schmalkalden-Meiningen sowie des Landschaftspflegeverbands „Thüringer Rhön“ e.V.

 

Das Kalktuffniedermoor Geblar während der Maßnahmenumsetzung; (von links nach rechts: Nils-Jonas Telle, Corinna Hoßfeld, Peter Kerner, Martin Nave (Foto: Julia Gombert)
Beginn der Kalktuffablagerung (Foto: Martin Nave)

Wir sind aktiv im FFH-Gebiet 86

Im Herbst 2022 wurde in Oechsen am „Roten Hauck“ mit einer Wiederherstellungsmaßnahme von ca. 1,7 ha Halbtrockenrasen und Flachland-Mähwiese begonnen. Insbesondere Halbtrockenrasen bieten unter anderem einer Vielzahl von verschiedenen und bedeutsamen Insektenarten einen Lebensraum. Daher stellt deren Offenhaltung einen besonders wertvollen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt dar.  

Zusätzlich zur Entbuschungsmaßnahme wurden zwei alte Hutebuchen wieder in die Fläche integriert.

Nach Abschluss der Erstpflegemaßnahmen sollen im Sommer 2023 Stockausschläge entfernt werden. Anschließend soll eine Wiederaufnahme der landwirtschaftlichen Nutzung durch die Beweidung mit Schafen und Ziegen erfolgen.

Die Fläche 2021 vor Beginn der Pflegemaßnahme (Foto: LPV Rhön)
Die Fläche 2022 während der Pflegemaßnahme (Foto: LPV Rhön)

Fledermäuse entdecken

Seit 2014 trägt das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön den Titel „Internationaler Sternenpark“. Die Hohe Geba in der Gemeinde Rhönblick ist einer der Punkte, von wo der Sternenhimmel, ohne größere Lichtverschmutzung, besonders gut beobachten werden kann. Davon profitieren nicht nur Sternenbegeisterte sondern auch viele nachtaktive Tiere der Rhön. Hierzu gehören auch die Fledermäuse.

Die Gemeinde Rhönblick, die Natura 2000-Station „Rhön“ (Landschaftspflegeverband „Thüringer Rhön“ e.V.) und die Fledermausspezialisten des IFT Wigbert Schorcht und Julia Prüger führten am Ellseeb (Helmershausen, nahe Sportplatz) den Netzfang von Fledermäusen durch.

In der Rhön leben mindestens 16 verschiedene Fledermausarten. Sie führen ein recht heimliches Leben und können oft nur bei ihrem abendlichen Ausflug in der Dämmerung entdeckt. Dabei kann man die Tiere nur erahnen, aber nie richtig anschauen.

Um die Tiere genauer zu untersuchen, verwenden Forscher die Methode des Netzfanges.

Am 26.08.2022 hatten Interessierte die seltene Gelegenheit, einem solchen Netzfang zu beizuwohnen.

Die Fledermausspezialisten bestimmten die Tiere und nahmen die Daten auf, dabei konnten 1 Wasserfledermaus, 2 Fransenfledermäuse und 2 Zwergfledermäuse erfasst werden. Alle Tiere wurden anschließend gewogen und gemessen und das Geschlecht wurde bestimmt.

Wigbert Schorcht, Julia Gombert, Christoph Friedrich und Julia Prüger bei der Vorbereitung des Abends, dem Aufbau der Netze (Foto: Corinna Hoßfeld)
Portrait einer Fransenfledermaus, die am Abend ins Netz ging (Foto: Julia Gombert)

Streuobst

Obst-Allee der Fachdienstleiter

Straßenbegleitbäume sind wetrvolle Verbundstrukturen in der Landschaft und fungieren häufig als Trittsteinbiotope. Oft sind diese jedoch zerstört oder fehlen ganz in einer ausgeräumten Kulturlandschaft, um darauf aufmerksam zu machen wurde von der Landrätin dieses Projekt initiert. So trafen sich im Frühjahr 2022 die Landrätin Frau Greiser und 21 FachdienstleiterInnen des Landratsamtes Schmalkalden-Meiningen mit MitarbeiterInnen des Landschaftspflegeverbandes „Thüringer Rhön“ e.V. /Natura-2000-Station „Rhön“ bei Helmershausen um 33 regionale Apfel-, Birn-, Mispel-, Kirsch- und Walnussbäume zu pflanzen. Für jeden der Bäume wurde vom Fachdienst des Landratsamtes eine Patenschaft übernommen. Das Projekt soll mehr Bewusstsein für Naturschutz und die vielfältige Natur der Rhön schaffen.

Die FachdienstleiterInnen mit ihren frisch gepflanzten Bäumen (Foto: LPV Rhön)

Langer Tag der Natur

Am 11. Juni 2022 lud der NABU Thüringen zu „Schmetterlingen auf der Spur“ in der Klingser Aue bei Andenhausen.

Unter dem Motto „Schmetterlingen auf der Spur“ boten die Natura 2000-Station „Rhön“ (Landschaftspflegeverband „Thüringer Rhön“) und die Natura 2000-Station „Gotha-Ilmkreis“ am 11.06.2022 eine Wanderung in der Klingser Aue bei Andenhausen an.

Entlang des Grünen Bandes machte man sich gemeinsam auf die Suche nach dem Goldenen Scheckenfalter, lernte verschiedene Aspekte des Naturschutzes kennen sowie spannendes über die Lebensweise des seltenen Schmetterlings.

Goldener Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) (Foto: Natura 2000-Station Gotha-Ilm-Kreis)

Die Schüler der 3. und 4. Klasse der Grundschule Kaltennordheim waren am Freitag, den 10.06.2022 gemeinsam mit unserem Landschaftspflegeverband Thüringer Rhön e. V. unterwegs. Dabei durften sie die Natur der Thüringer Rhön erkunden und ihr direktes Umfeld an der Hardt bei Kaltennordheim besser kennen lernen.

Besonderen Eindruck machte dabei die Erkenntnis, dass es sich oft lohnt genauer hin zu schauen. So konnte eine Vielzahl an unterschiedlichen Insekten und anderen Kleinsttieren erspäht werden, denen die Schafbeweidung sowohl in Zahl, als auch in Vielfalt zugutekommt.

Insekten in der Becherlupe (Foto: LPV Rhön)