Riesenbärenklau 2022

Jetzt Ende Mai wächst durch die Feuchtigkeit und die höheren Temperaturen alles sehr schnell - leider auch der Riesenbärenklau. Um diesen gefährlichen Zeitgenossen nicht mit anderen, harmloseren weißen Doldenblütlern zu verwechseln haben wir eine kleine Unterscheidungshilfe erstellt, die Sie hier herunterladen können:

Unterscheidungshilfe - Habe ich vor mir Riesenbärenklau?

Erkennungshilfe Riesenbärenklau

Riesenbärenklau im Jahr 2021

Ein Jahresrückblick über die Maßnahmen der Bekämpfung

Pfahlwurzel des Riesenbärenklaus
Kräftige Pfahlwurzel des Riesenbärenklaus (Foto: A. Bertram, Oktober 2021 bei Bremen)

Im Verlaufe dieses Jahres konnten 9,30 Hektar (ha) ausgeschrieben werden, nun haben Forst- und Landschaftspflegefirmen die Bekämpfung in diesem Jahr auf diesen Flächen übernommen. Die Flächen liegen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen in den Gemeinden Kaltenwestheim (bei der Arche), Oberweid (am Weidbach und in Weiden) und in Unterweid (an einem Heckenzug). Im Wartburgkreis liegen die Flächen vor allem an der Ulster (bei Motzlar, Schleid, Buttlar, Wenigentaft und Pferdsdorf) sowie bei Mosa und Bremen (in Heckenzügen bzw. auf Grünland und am Lützenbach).

Außerdem wurden Landwirte und Agrargenossenschaften auf ca. 8 ha durch unseren Landschaftspflegeverband bei der Bekämpfung des Riesenbärenklau beraten, begleitet und unterstützt. Auf einigen kleineren Flächen wurde der Riesenbärenklau auch direkt durch MitarbeiterInnen durch Ausstechen bekämpft.

Da der Riesenbärenklau dank seiner Pfahlwurzel sehr widerstandsfähig ist und eine „Bärenkraft“ hat, ist es auch sehr wichtig, Flächen, die in den Projekten I und/oder II, z.T. seit 2013, bekämpft wurden weiter zu kontrollieren. Die Gefahr ist zum einen an der Ulster und den Zuflüssen besonders hoch, dass neue Samen angeschwemmt werden und keimen, zum anderen können im Boden vorhandene Samen sieben Jahre lang keimen. Im Jahr 2021 wurden ca. 22 ha Fläche kontrolliert.

Der neue Flyer zum Riesenbärenklau-Projekt: Download

Die Riesenbärenklau-Bekämpfung geht weiter bis 2023

Das Riesenbärenklauprojekt geht weiter, so besteht die Möglichkeit die Bekämpfungserfolge der ersten beiden Projekte zu sichern. Auf einigen Flächen ist es durch intensive Bekämpfung bereits gelungen den Riesenbärenklau so weit zurück zu drängen, dass die Gemeinden die weitere Betreuung übernehmen können. Auf anderen Flächen ist das Samenpotential so groß, dass sie weiterhin im Rahmen des Projektes intensiv gepflegt werden müssen. Auf einigen Teilflächen sind die Erfolge offensichtlich, die Pflanzenzahl ist dort deutlich geringer als noch in den letzten Jahren. Im Laufe des Projektes ist auf Grund des großen Ausbreitungspotentials allerdings mit der Meldung neuer Riesenbärenklau-Bestände zu rechnen.

Bei der ersten Bestandskontrolle im April 2021 zeigt sich ein sehr heterogenes Bild bei der Entwicklung des Riesenbärenklaus:

Trotz des kalten Frühjahrs schiebt der Riesenbärenklau schon vieler Orts erste unscheinbare Blätter
Trotz des kalten Frühjahrs schiebt der Riesenbärenklau schon vieler Orts erste unscheinbare Blätter (Foto: I. Stark, April 2021 bei Oberweid)
Nur wenige Meter weiter zeigen sich schon viel größere Blätter einer mehrjährigen Pflanze
Nur wenige Meter weiter zeigen sich schon viel größere Blätter einer mehrjährigen Pflanze (Foto: I. Stark, April 2021 bei Oberweid)

Bereits vier Wochen später, Ende Mai macht der Riesenbärenklau seinem Namen alle Ehre und zeigt seine typischen großen, zackigen Blätter. Nach weiteren vier Wochen, kurz nach dem ersten Pflegedurchgang der Firma, treiben die ersten kleinen Riesenbärenklau-Pflanzen hellgrün nach. Denn der schwierige Untergrund (die Steine der Uferbefestigung) machte ein notwendiges Ausgraben der Pfahlwurzel in mindestens 10-15 cm Tiefe unmöglich.

 

Oberweid am Weidbach
Die gleiche Fläche wie oben, Oberweid am Weidbach (Foto: A. Bertram, Mai 2021 bei Oberweid)
Oberweid am Weidbach kurz nach erstem Pflegedurchgang (Foto: A. Bertram, Juni 2021 bei Oberweid
Riesenbärenklau an der Ulster
Riesenbärenklau an der Ulster (Foto: I. Stark, Mai 2021 Ulster bei Pferdsdorf)

Auch an der Ulster ist der Riesenbärenklau im Mai zum Teil bereits wirklich groß:

Loch durch Ausgraben von Riesenbärenklau
Loch durch Ausgraben von Riesenbärenklau (Foto: A. Bertram, August 2021 Ulster bei Pferdsdorf)
Kleine Riesenbärenklau-Exemplare im August bei Unterweid (Foto: A. Bertram, August 2021 bei Unterweid)

 

Der Riesenbärenklau hat nach dem Ausgraben durch einen Unternehmer ein riesiges Loch hinterlassen. (links im Bild) Doch der Riesenbärenklau kann auch recht klein und harmlos erscheinen, wie hier im Schatten einer Hecke auf kargem Boden bei Unterweid. (rechts im Bild)
 

Ganz Wichtig: Der Saft dieser kleinen Exemplare ist genau so gefährlich, wie der der Großen !!!

Auch auf einer steinigen Insel in der Ulster bei Buttlar hat sich der Riesenbärenklau nun schon vor einigen Jahren angesiedelt. Der Untergrund erschwert eine erfolgreiche und dauerhafte Bekämpfung sehr. Daher treiben schon wenige Tage nach dem zweiten Pflegegang erneut kleine Pflanzen aus. Auf einer solchen schwierigen Fläche war dieses Jahr dann der Kontrollgang der Unternehmen im Herbst ein weiterer Pflegedurchgang.

Insel in der Ulster bei Buttlar
Insel in der Ulster bei Buttlar (Foto: A. Bertram, August 2021 Ulster bei Buttlar)
Insel in der Ulster bei Buttlar
Insel in der Ulster bei Buttlar (Foto: A. Bertram, August 2021 Ulster bei Buttlar)

Seit September haben wir im Riesenbärenklau-Projekt Unterstützung durch einen Fellow (Gastwissenschaftler) über ein Programm der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Roman Bashutskyi kommt aus der Ukraine und hat dort schon Erfahrung in der Riesenbärenklau-Bekämpfung gesammelt. Nun ist er in Deutschland, um unsere hiesigen Verfahren und Vorgehensweisen kennen zu lernen. Ziel ist es später seine Erfahrungen zu nutzen, um sie in der Bekämpfung des Riesenbärenklau in der Ukraine einzusetzen.

An einem der letzten schönen Sommertage im September hilft Roman gleich tatkräftig bei der Flächenkontrolle bei Geismar:

Roman bei einer Flächenkontrolle
Roman bei einer Flächenkontrolle (Foto: A. Bertram, September 2021 bei Geismar)

Mitte November hat auch der Riesenbärenklau stark an Kraft verloren, wird langsam braun und legt sich zur Winterruhe. Wie der Bär hält er einen Winterschlaf, um im Frühjahr wieder mit neuer Kraft zu erwachen, häufig schon früher, als die anderen Pflanzen.

Flächenkontrolle Oberweid im Nebel
Flächenkontrolle Oberweid im Nebel (Foto: A. Bertram, September 2021 bei Oberweid)
Riesenbärenklau Ende des Jahres
Riesenbärenklau Ende des Jahres (Foto: A. Bertram, November 2021 Borsch)